KI gestaltet den globalen Arbeitsmarkt neu und schafft zwei unterschiedliche Wege, wobei menschliche Fähigkeiten besonders gefragt sind: PwC 2026 Global AI Jobs Barometer

15.06.2026
  • Die KI schafft einen „zweigleisigen" Arbeitsmarkt: „Professionalisierte" Tätigkeiten (bei denen KI für Experten als Multiplikator wirkt und mehr menschliche Kompetenzen erfordert) verzeichnen bei Personalbestand und Löhnen ein stärkeres Wachstum als „demokratisierte" Tätigkeiten (bei denen KI die Tätigkeit selbst für Nicht-Experten leichter ausführbar macht)
  • Unternehmen, die KI am besten nutzen können, verzeichnen ein schnelleres Personalwachstum als die am wenigsten von KI geprägten Unternehmen (52 % gegenüber 36 %) sowie ein höheres Lohnwachstum (24 % gegenüber 17 %).
  • „Superstar-Unternehmen", die am stärksten von KI geprägt sind, erzielten Zuwächse bei der Arbeitsproduktivität von 163 % und übertrafen andere Unternehmen damit deutlich.
  • Die Zahl der Stellen, für die spezifische KI-Kenntnisse erforderlich sind, wächst mit 69 % fast achtmal so schnell wie der Arbeitsmarkt insgesamt mit 9 %, während der durchschnittliche Lohnaufschlag für KI-Kenntnisse auf 62 % steigt.
  • Die Aussichten für Berufseinsteiger sind unterschiedlich: Eine Analyse von US-Daten zeigt, dass in KI-exponierten Einstiegspositionen mit siebenmal höherer Wahrscheinlichkeit Fähigkeiten wie Urteilsvermögen und Führungskompetenz verlangt werden, die traditionell eher höheren Karrierestufen zugeordnet werden. Die Zahl dieser Stellen ist seit 2019 um 35 % gestiegen, während andere Einstiegspositionen um 10 % zurückgegangen sind.

LONDON, 15. Juni 2026 /PRNewswire/ -- KI verändert rasant die Fähigkeiten, die Arbeitgeber von Beschäftigten am meisten erwarten, und legt dabei mehr Gewicht auf menschliche Fähigkeiten wie Urteilsvermögen, Kreativität und Führungskompetenz. Gleichzeitig stellen Unternehmen, die KI am besten nutzen können, weiterhin schneller Personal ein als vergleichbare Unternehmen, wie aus dem heute veröffentlichten PwC 2026 Global AI Jobs Barometer hervorgeht. 

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Das Barometer, in dem mehr als eine Milliarde Stellenanzeigen auf sechs Kontinenten analysiert wurden, kommt zudem zu dem Ergebnis, dass KI einen „zweigleisigen" globalen Arbeitsmarkt entstehen lässt, in dem „professionalisierte" Tätigkeiten – bei denen KI Routineaufgaben automatisiert, sodass menschliches Urteilsvermögen und Fachwissen in den Vordergrund rücken – schneller wachsen als durch KI „demokratisierte" Tätigkeiten – bei denen KI die Tätigkeit selbst für Nicht-Experten leichter ausführbar macht.

„Professionalisierte" Berufe (zum Beispiel Radiologen oder Personalvermittler) verzeichnen ein doppelt so hohes Wachstum bei verfügbaren Stellen und ein 42 % schnelleres Gehaltswachstum als Berufe, die als „demokratisiert" eingestuft werden (zum Beispiel IT-Serviceleiter oder Arztsekretäre).

Bei Einstiegspositionen scheint KI dazu zu führen, dass von Berufseinsteigern zunehmend Fähigkeiten verlangt werden, die sonst eher höheren Karrierestufen zugeordnet werden. Auf Grundlage von 2,4 Millionen analysierten Einstiegspositionen in den USA zeigt sich, dass die am stärksten KI-exponierten Einstiegspositionen heute mit siebenmal höherer Wahrscheinlichkeit traditionell höheren Karrierestufen zugeordnete, stark menschlich geprägte Kompetenzen wie Führungskompetenz, Kreativität oder persönliche Interaktion erfordern.

Die Zahl der Stellenangebote für diese „seniorisierten" Einstiegspositionen ist seit 2019 um 35 % gestiegen, während die Zahl der Stellenangebote für andere Einstiegspositionen um 10 % zurückgegangen ist.

Joe Atkinson, globaler Leiter für KI bei PwC, sagte:

„In der Weltwirtschaft zeichnet sich zunehmend eine neue Kluft zwischen verschiedenen Modellen für Talententwicklung und Wertschöpfung ab. Die Unternehmen, die die größten Erträge aus KI erzielen, setzen sie ein, um menschliches Fachwissen zu verstärken, Innovationen zu beschleunigen und völlig neue Wertschöpfungsquellen zu erschließen. Dadurch setzen sie sich bei Produktivität und Wachstum immer weiter von Unternehmen ab, die sich vor allem auf Automatisierung konzentrieren."

KI sorgt für einen Produktivitätsboom – und die „Superstar"-Unternehmen, die am besten in der Lage sind, KI zu nutzen, setzen sich deutlich ab

Der Bericht stellt fest, dass sich die Kluft zwischen den am stärksten und den am wenigsten von KI geprägten Unternehmen vergrößert. Unternehmen in den Branchen, die am stärksten von KI geprägt sind, verzeichneten im Jahr 2025 im Vergleich zu 2018 ein Produktivitätswachstum von 34 %, während es bei den Unternehmen, die KI am wenigsten nutzen konnten, bei 24 % lag.

Innerhalb dieser Gruppe zeichnet sich ein ausgeprägter „Superstar"-Effekt ab. Die obersten 20 % der am stärksten KI-exponierten Unternehmen erzielten gegenüber 2018 ein durchschnittliches Wachstum der Arbeitsproduktivität von 163 % – fast fünfmal so viel wie die am stärksten KI-exponierten Unternehmen insgesamt.

Am überraschendsten ist vielleicht, dass das Personalwachstum bei den am stärksten KI-exponierten Unternehmen das Wachstum bei den am wenigsten KI-exponierten Unternehmen übertrifft – 52 % gegenüber 36 % im Jahr 2025, jeweils auf Basis der Ausgangswerte von 2018.

Der durchschnittliche Lohnaufschlag für KI-Kompetenzen erreicht 62 %, während Stellen mit KI-Anforderungen das Wachstum des allgemeinen Arbeitsmarkts übertreffen

Da Unternehmen ihre Produktivität mithilfe von KI weiter steigern, erhöhte sich der durchschnittliche Lohnaufschlag für Beschäftigte mit KI-Kenntnissen weiter – auf 62 %, gegenüber 57 % im Vorjahr.

Der Lohnaufschlag variiert je nach Branche: in einigen Sektoren wie den Konsumgütermärkten bis zu 118 % sowie im staatlichen und öffentlichen Sektor 16 %.

Auch die Zahl der Stellen, die spezifische KI-Kenntnisse erfordern – wie beispielsweise Prompt Engineering oder maschinelles Lernen –, ist sprunghaft angestiegen und wuchs mit rund 69 % fast achtmal so schnell wie der Arbeitsmarkt insgesamt mit 9 %. Die Zahl der KI-Stellen ist fast doppelt so hoch wie 2024, wobei das Wachstum bei KI-Stellen seit 2015 das Wachstum aller Stellen übertrifft. 

Branchen wie Technologie, Medien und Telekommunikation (11 %) sowie unternehmensnahe Dienstleistungen (6 %) verzeichneten den höchsten Anteil am Wachstum der KI-Stellen, während der Gesundheitssektor mit weniger als 1 % am unteren Ende lag.

Pete Brown, globaler Leiter des Bereichs Workforce bei PwC, sagte:

„Das traditionelle Verhältnis zwischen Erfahrung und Fachwissen verändert sich. KI übernimmt einen Teil der Routinearbeit, die früher als Lernphase diente, und erhöht zugleich schon sehr früh in der beruflichen Laufbahn den Bedarf an Urteilsvermögen, Führungskompetenz und Anpassungsfähigkeit. Unternehmen müssen überdenken, wie sie Talente entwickeln, wenn Menschen in diesem neuen Umfeld erfolgreich sein sollen."

Hinweise für Redaktionen

Informationen zum PwC 2026 Global AI Jobs Barometer 

Das PwC 2026 Global AI Jobs Barometer hat mehr als eine Milliarde Stellenanzeigen in 27 Ländern und Gebieten ausgewertet. Das Barometer kombiniert umfangreiche Arbeitsmarktdaten, Unternehmensfinanzdaten und Daten zu beruflichen Aufgaben, um zu untersuchen, wie KI Arbeitsplätze, Qualifikationen, Löhne und Produktivität in der gesamten Weltwirtschaft verändert. Darüber hinaus enthält das diesjährige Barometer eine gezielte Analyse von Einstiegspositionen, darunter die Frage, wie sich die Qualifikationsanforderungen für Berufseinsteiger in stark KI-exponierten Berufen verändern. Den vollständigen Bericht sowie weitere Informationen zur Methodik und zu den wichtigsten Erkenntnissen finden Sie auf www.pwc.com.

Informationen zu PwC 

Bei PwC unterstützen wir unsere Kunden dabei, Vertrauen aufzubauen und sich neu aufzustellen, damit sie Komplexität in Wettbewerbsvorteile verwandeln können. Wir sind ein technologisch fortschrittliches, von Menschen getragenes Netzwerk mit mehr als 364 000 Beschäftigten in 136 Ländern und 137 Territorien. In den Bereichen Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Dienstleistungen, Steuern und Recht, Transaktionen sowie Beratung unterstützen wir unsere Kunden dabei, Dynamik aufzubauen, zu beschleunigen und langfristig zu halten. Weitere Informationen finden Sie auf www.pwc.com.

 

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Knappes Votum, weitreichende Folgen: Schweiz dreht Schraube beim Zivildienst an

15.06.2026

Die Schweizer Stimmberechtigten haben einer Verschärfung des Zivildienstgesetzes zugestimmt. Laut definitiven Ergebnissen votierten 52,5 Prozent für die Reform, rund 47,5 Prozent dagegen. Damit setzte sich der Kurs von Bundesrat und Parlament durch, den Zivildienst wieder klar als Ausnahme und nicht als gleichwertige Alternative zum obligatorischen Militärdienst zu definieren. Die Stimmbeteiligung lag mit rund 58 Prozent vergleichsweise hoch; 1'690'343 Personen legten ein Ja in die Urne, 1'531'878 stimmten Nein.

Das Ergebnis offenbart deutliche regionale Bruchlinien. Während viele deutschsprachige Kantone die Reform klar unterstützten – etwa Aargau mit 56,2 Prozent, St. Gallen mit 58,9 Prozent, Graubünden mit 59,3 Prozent und Luzern mit 56,9 Prozent Ja – fiel das Verdikt in der Romandie gespalten aus. Genf, Waadt, Neuenburg und Jura lehnten die Vorlage ab, mit Nein-Anteilen von bis zu gut 60 Prozent im Jura. Basel-Stadt stellte sich ebenfalls gegen die Verschärfung, und der Kanton Zürich kippte nach Auszählung der städtischen Stimmen knapp ins Nein-Lager. Demgegenüber sagten Wallis (57,1 Prozent), Freiburg (50,2 Prozent) und das Tessin (53,9 Prozent) Ja zur Reform.

Kern der Vorlage ist ein Paket von sechs Massnahmen, die den Wechsel aus der Armee in den Zivildienst deutlich unattraktiver machen sollen. Künftig müssen alle, die in den Zivildienst wechseln, mindestens 150 Diensttage leisten – unabhängig davon, wie viele Tage im Militär noch offen wären. Für Unteroffiziere und Offiziere gilt damit neu derselbe Umrechnungsfaktor von 1,5 Zivildiensttagen pro verbleibendem Militärdiensttag wie für einfache Soldaten. Wer alle Armee-Ausbildungstage bereits absolviert hat, kann künftig nicht mehr in den Zivildienst wechseln, um der Schiesspflicht zu entgehen.

Zusätzlich werden der zeitliche Rahmen und die Einsatzmöglichkeiten enger gezogen. Zivildienstleistende müssen ab dem Jahr nach ihrem ersten Einsatz jährlich Dienst leisten, bis alle vorgeschriebenen Tage erfüllt sind. Wer vor oder während der Rekrutenschule ein Gesuch stellt, muss den langen Anfangseinsatz von 180 Tagen bereits im Jahr nach der Zulassung absolvieren. Einsätze, die ein begonnenes Medizinstudium voraussetzen, werden gestrichen – offiziell, weil der Armee medizinisches Personal fehlt. Bürgerliche Parteien werteten das Ja als Bestätigung, dass der Zivildienst eine Ausnahme bleiben solle; die links-grüne Nein-Allianz verweist angesichts des knappen Resultats auf die breite gesellschaftliche Unterstützung für den Zivildienst und kündigt an, weitere Verschärfungen bekämpfen zu wollen.