AV-Comparatives veröffentlicht die Ergebnisse des Real-World Protection Test für Februar bis Mai 2026, da Privatanwender mit Malware aus immer unerwarteteren Quellen konfrontiert sind
INNSBRUCK, Österreich, 16. Juni 2026 /PRNewswire/ -- AV-Comparatives, die weltweit führende unabhängige Testorganisation für Cybersicherheit, hat die Ergebnisse ihres Real-World Protection Test für den Zeitraum von Februar bis Mai 2026 veröffentlicht. Bei der Bewertung wurden 20 Sicherheitsprodukte für Privatanwender unter Bedingungen getestet, die die Bedrohungen widerspiegeln, denen Privatanwender täglich ausgesetzt sind, darunter auch bösartige URLs.
Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:
Warum sind unabhängige Tests von Sicherheitsprodukten für Privatanwender relevanter denn je?
Die Bedrohungslage für Privatanwender hat sich erheblich verändert. Anfang 2026 entdeckten Forscher von AV-Comparatives MEL/Vacphage.A, einen Python-basierten Wurm, der in Autodesk Maya-Binärdateien eingebettet war, die über Epic Games' Fab.com verbreitet wurden – einen weit verbreiteten Marktplatz für kreative Assets, dem sowohl Profis als auch Hobbyanwender vertrauen. Der Fund wurde vor der Veröffentlichung verantwortungsbewusst an das Sicherheitsteam von Epic Games weitergeleitet.
Diese Entdeckung spiegelt ein breiteres und zunehmend verbreitetes Muster wider: Angreifer betten Malware in Dateien ein, die über Plattformen geteilt werden, denen Nutzer aus gutem Grund vertrauen.
„Unsere Entdeckung auf Fab.com erinnert daran, dass Malware nicht immer über verdächtige Links oder zwielichtige Downloads gelangt", sagte Andreas Clementi, Gründer und CEO von AV-Comparatives. „Sie kann von einer Plattform stammen, die ein Profi oder Enthusiast täglich besucht. Der Real-World Protection Test wurde genau dafür entwickelt, um zu bewerten, wie sich Sicherheitssoftware verhält, wenn das Unerwartete eintritt."
Wie wurde der Real-World Protection Test durchgeführt?
Der Test lief von Februar bis Mai 2026 und umfasste 20 weit verbreitete Sicherheitsprodukte für Privatanwender. Jedes Produkt wurde anhand einer kuratierten Sammlung realer Internetbedrohungen bewertet, wobei das Hauptkriterium darin bestand, ob eine bestimmte Bedrohung das Testsystem verändern konnte. Alle Produkte wurden zudem einem Test auf Fehlalarme unterzogen, bei dem ihre Fähigkeit bewertet wurde, legitime Dateien korrekt zu identifizieren, ohne unnötige Warnmeldungen zu generieren. Bei Produkten mit erhöhten Fehlalarmraten wurden die Auszeichnungsstufen entsprechend angepasst.
Die 20 bewerteten Produkte waren: Avast One Free Antivirus, AVG AntiVirus Free, Bitdefender Total Security, ESET HOME Security Essential, F-Secure Internet Security, Fortect PC Suite, G DATA Total Security, K7 Total Security, Kaspersky Premium, Malwarebytes Premium, McAfee Total Protection, Microsoft Defender Antivirus, Norton Antivirus Plus, Panda Free Antivirus, Quick Heal Total Security, Sophos Home Premium, Total Defense Essential Anti-Virus, TotalAV Premium, Trend Micro Internet Security und VIPRE Advanced Security.
Welche Produkte erreichten die höchste Auszeichnungsstufe?
Sieben Produkte erhielten die Auszeichnung ADVANCED+, die höchste Einstufung im Verbrauchertest-Rahmenwerk von AV-Comparatives. Alphabetisch nach Anbietern geordnet sind dies: Avast, AVG, Bitdefender, Kaspersky, Microsoft, Norton und TotalAV.
Häufig gestellte Fragen
Ist der Testbericht öffentlich zugänglich?
Ja. AV-Comparatives bietet offenen Zugang zu allen Testberichten, ohne dass eine Registrierung oder Zahlung erforderlich ist. Der vollständige Bericht zum Real-World Protection Test für Februar bis Mai 2026 ist unter av-comparatives.org verfügbar.
Was bedeutet die Auszeichnung „ADVANCED+"?
„ADVANCED+" ist die höchste Auszeichnungsstufe im Verbrauchertest-Rahmenwerk von AV-Comparatives. Sie wird an Produkte vergeben, die einen konstant hohen Schutz vor realen Bedrohungen bieten und gleichzeitig eine niedrige Fehlalarmrate aufweisen.
Wie oft veröffentlicht AV-Comparatives die Ergebnisse des Real-World Protection Test?
Der Real-World Protection Test ist Teil der laufenden Consumer Main-Test-Serie und läuft das ganze Jahr über. Dieser Bericht umfasst das erste Halbjahr 2026.
Den vollständigen Bericht lesen
Der vollständige Bericht zum Real-World Protection Test für Februar bis Mai 2026 ist kostenlos und ohne Registrierung verfügbar:
https://www.av-comparatives.org/tests/real-world-protection-test-february-may-2026/
Informationen zu AV-Comparatives
AV-Comparatives ist die führende unabhängige Testorganisation für Cybersicherheit und bewertet Sicherheitslösungen, die sich weit über die herkömmliche Antiviren-Software hinaus entwickelt haben. Unsere systematischen Tests bewerten modernen Endpunktschutz, Bedrohungserkennung und mobile Sicherheit für PC, Mac, Android und IoT-Geräte. Mit einer der weltweit relevantesten und ausgefeiltesten Bedrohungssammlungen schaffen wir reale Testumgebungen für eine umfassende Bewertung. Die Testergebnisse sind weltweit frei zugänglich, und die Zertifizierung von AV-Comparatives ist ein weltweit anerkanntes Gütesiegel für nachgewiesene Cybersicherheitsleistung.
Pressekontakt
AV-Comparatives
Grabenweg 68, 6020 Innsbruck, Österreich
www.av-comparatives.org
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Der US-Datenkonzern Palantir hat in der Schweiz eine deutliche juristische Niederlage erlitten. Das Handelsgericht Zürich wies 22 von 23 beanstandeten Passagen in zwei kritischen Artikeln des Online-Magazins «Republik» zurück. Lediglich eine einzelne Formulierung muss die Redaktion korrigieren. Palantir und seine Schweizer Tochtergesellschaft wollten gerichtlich durchsetzen, dass umfangreiche Gegendarstellungen publiziert werden; dieses Anliegen ist nun weitgehend gescheitert. Nach dem Urteil muss der Konzern zudem den überwiegenden Teil der Verfahrenskosten tragen.
Ausgangspunkt des Rechtsstreits waren Recherchen, die im Dezember 2025 nach rund einjähriger Arbeit erschienen. Das Projekt von «Republik» und dem Recherchekollektiv WAV beleuchtete, wie Palantir über mehrere Jahre versucht hatte, bei Bundesstellen und dem Schweizer Militär Aufträge zu erhalten – ohne Erfolg. Die Journalisten werteten dazu Dutzende Gesuche nach dem Öffentlichkeitsgesetz sowie interne Unterlagen aus und kamen zum Befund, dass das Unternehmen trotz einer mehrjährigen Präsenz in der Schweiz keinen einzigen Regierungsauftrag gewinnen konnte. Diese Erzählung eines «Scheiterns» auf dem Schweizer Markt war nach Darstellung der beteiligten Reporter Auslöser für Palantirs juristische Offensive.
Die Redaktion hatte dem Unternehmen nach eigenen Angaben vor Veröffentlichung ausführliche Fragen geschickt und Führungskräfte interviewt. Palantir verlangte darüber hinaus eine detaillierte, punktweise Replik im Magazin, die über den Umfang der ursprünglichen Recherche hinausgegangen wäre. Als «Republik» dies ablehnte, reichte der Konzern Klage ein. Das Zürcher Handelsgericht stellte nun klar, dass nur eine von 23 umstrittenen Passagen eine Gegendarstellung erfordert. Damit bestätigt das Urteil, dass der Großteil der Berichterstattung über Palantirs vergebliche Akquisitionsversuche bei Schweizer Behörden auf einer zulässigen Auswertung amtlicher Dokumente beruht.
Palantir ist international vor allem durch den Einsatz seiner Software in militärischen und nachrichtendienstlichen Kontexten bekannt. Seit 2022 stellt das Unternehmen Plattformen zur Verfügung, die ukrainische Behörden und Streitkräfte bei der Auswertung von Lagebildern, der Zielidentifikation und der Logistik unterstützen. Die Systeme werden außerdem von US-amerikanischen und verbündeten Diensten im Nahen Osten genutzt, um iranische Aktivitäten etwa in Raketenprogrammen, beim Einsatz von Drohnen oder in Cyberoperationen zu analysieren. Direkte Geschäftsbeziehungen mit dem Iran bestehen nach Unternehmensangaben aufgrund von US-Sanktionen nicht. Das Zürcher Urteil könnte über die Schweiz hinaus Signalwirkung haben, nachdem die Recherche bereits in anderen europäischen Staaten Debatten über Nutzen und Notwendigkeit der Palantir-Technologie im staatlichen Bereich angestoßen hatte.