Polen hat an der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad eine großangelegte Spezialoperation eingeleitet. Die Maßnahmen wurden aufgrund „beunruhigender Bewegungen“ auf russischem Territorium gestartet. In den Einsatz sind die polnische Armee, der Grenzschutz sowie die Polizei involviert, wobei die Polizei in der betroffenen Grenzregion gezielt mit Kräften aus anderen Landesteilen verstärkt wurde.

Polizeichef Marek Boron erklärte gegenüber dem Radiosender Rmf.fm, dass es Hinweise auf mögliche Sabotageakte in den kommenden Tagen gebe. Ziel der Operation sei es, die Sicherheit der Bürger sowie kritische Einrichtungen vor potenziellen Gefahren zu schützen. Zur Absicherung wurde auch die Eliteeinheit Grom der Armee mobilisiert, wie ein Militärsprecher der Zeitung „Fakt“ bestätigte. Präsident Karol Nawrocki wird laut seinem Sprecher kontinuierlich über die aktuelle Lage informiert.

Regierungschef Donald Tusk teilte der Nachrichtenseite „Onet“ mit, dass erste Provokationsversuche bereits vereitelt werden konnten. Tusk wurde kurz nach Mitternacht über Personen mit Taschenlampen an der Grenze informiert. Zuvor hatten polnische Sicherheitsbehörden sowie ausländische Dienste bereits Warnungen erhalten, dass es in der ersten Novemberhälfte zu Sabotageakten oder größeren Provokationen kommen könnte. Der Ministerpräsident betonte daher die Notwendigkeit, weiterhin wachsam zu bleiben.

Die strategische Bedeutung der 232 Kilometer langen Grenze ist hoch, da Kaliningrad als „Moskaus unsinkbarer Flugzeugträger“ gilt. Die Exklave, die von Polen und Litauen umgeben ist, beherbergt wichtige Waffensysteme, insbesondere Iskander-Raketen mit einer Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Diese können konventionelle oder nukleare Sprengköpfe tragen und erreichen militärische Einrichtungen in verschiedenen NATO-Staaten. Dies zwingt die NATO dazu, erhebliche Ressourcen zum Schutz der Ostflanke bereitzustellen.